Über mich und meine Arbeit mit Musik:
Chorleiter bzw. Jugendchorleiter, Sänger, Musikpädagoge, Dozent, Stimmbildner – das sind die Überschriften, unter denen ich mich mit meiner Tätigkeit an der Universität zu Köln, im VokalOrchester NRW und als Freiberufler verorte. Dabei geht es mir darum, auf Augenhöhe zusammen mit anderen Menschen Musik zu machen und manchmal diesen dabei zu helfen, die Inspiration zu finden, die mir bis heute den Antrieb gibt, mein Leben der Arbeit mit Musik zu widmen.
Nach vielen Umwegen und Abzweigungen habe ich mit der Zeit verstanden, was es eigentlich genau ist, das mich an Musik so antreibt. Das in Worte zu fassen ist schwer – es ist in jedem Fall etwas, das nichts mit einem Genre oder einer bestimmten musikalischen Tradition zu tun hat. Es kommt vielmehr in allen Musiken vor, denen ich begegnet bin: Es ist eine unvergleichbare und durch fast nichts nachzuahmende Kraft von Musik, Menschen zusammenzubringen, emotional zu berühren und anzutreiben. Wann immer ich mit Menschen musikalisch arbeite, versuche ich, meinen Teil dazu beizutragen, dass diese Kraft spürbar wird.
Mein Weg zur Musik
Meine formale künstlerische Ausbildung ist durch drei Studiengänge geprägt, insbesondere durch den Master of Music in “Innovative Choir Directing”, den ich 2018 am Jyske Musikkonservatorium in Aalborg (Dänemark) abgeschlossen habe. Dem vorangegangen ist ein Bachelor of Arts im Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen für die Fächer Musik und Englisch an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bzw. der Universität zu Köln. Im Jahr 2022 schließlich habe ich noch einen wissenschaftlichen Master of Arts im Fach Musikpädagogik abgeschlossen, ebenfalls an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Dazu unten mehr.
In den Jahren vor der Hochschulausbildung hatte ich allerdings schon viele musikalische Wege eingeschlagen, angefangen mit der musikalischen Früherziehung an der Blockflöte, hin zum klassischen Klavier, zur Posaune und dann zum Jazzklavier. Als ich noch als Jugendlicher dann eher zufällig das erste Mal vor einem Chor stand, damals bei der Musicalgruppe St. Thomas in meiner Heimatstadt Wolfenbüttel, war mir sicher noch nicht bewusst, dass daraus später einmal mein Beruf werden würde. Es war der sehr kluge Rat meines damaligen musikalischen Mentors und Lehrers für Jazzpiano, Mathias Claus, der mich dazu gebracht hat, mich an der Hochschule für Musik und Tanz das künstlerische Hauptfach Jazz- und Pop-Chorleitung im Schulmusikstudium zu bewerben. Spätestens als das geklappt hatte, war der Weg dann wohl vorgezeichnet.
Im Bachelorstudium an der Hochschule für Musik und Tanz hat sich fortgesetzt, was mich bis dahin schon geprägt hatte: eine große stilistische Bandbreite, in der sich meine musikalische Ausbildung und Praxis abgespielt hat. Dabei hing ich immer etwas zwischen den Stühlen der beiden großen Bereiche “Klassik” und “Jazz”, denn auf keinen konnte ich mich so richtig setzen. Auch mein Hauptfach Chorleitung ließ sich keiner Tradition eines der beiden Bereiche so wirklich zuordnen, auch wenn ich offiziell im Bereich “Jazz, Rock, Pop” studiert habe. Erst als ich mich entschieden habe, gar nicht Musiklehrer zu werden, sondern im Master eine künstlerische Ausbildung in Chorleitung anzustreben und dafür nach Dänemark zu gehen, habe ich im dortigen Masterstudiengang “Innovative Choir Directing” wirklich meinen Platz gefunden.
Vom Chefanimateur zum Jugendchorleiter
Neben der Musik war meine zweite große Leidenschaft schon immer die Arbeit mit Jugendlichen. Selber noch jugendlich, habe ich zunächst bei der evangelischen Jugend der Propstei Wolfenbüttel ehrenamtlich Freizeiten für Kinder und Jugendliche betreut. Nach dem Abitur habe ich über mehrere Jahre in den Sommer(semester)ferien für den Jugendreiseveranstalter ruf als Teamer in Spanien und auf Malta und später als Chefanimateur in musikbezogenen Camps auf der Insel Rügen gearbeitet.
Mit der Zeit haben sich die beiden Leidenschaften dann eben so verknüpft, dass ich heute auf der Jugendchorleitung einen besonderen Fokus habe. Ich arbeite aber trotzdem auch gern mit Erwachsenen fast jeden Alters.
Wissenschaftliche Arbeit & schriftliche Referenzen
Das oben erwähnte wissenschaftliche Studium habe ich anfang 2022 an der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit einem Master of Arts abgeschlossen. Prägende Lehrende waren hier für mich Prof.’in Dr.’in Christine Stöger, Prof.’in Dr.’in Anne Niessen, Prof.’in Dr.’in Natalia Ardila-Mantilla und Prof. Dr. Michael Rappe. Mein Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf Perspektiven der Popularmusik & Vielfalt in der institutionalisierten Musikausbildung in Deutschland.
In Köln arbeite ich außerdem regelmäßig im Team des Schulentwicklungsprojektes emsa – eine (Musik)Schule für alle, hier besonders mit Stephanie Buyken-Hölker und Prof. Ursula Schmidt-Laukamp.
Ich habe ferner geschrieben für Üben & Musizieren, mehrere Interviews gegeben für die Chorzeit und an der Neufassung der Kindeswohlbroschüre der Deutschen Chorjugend mitgewirkt.
Lehrende, die mich auf meinem Weg intensiv künstlerisch begleitet und geprägt haben:
Weil mein gesamter Werdegang ohne sie so nicht möglich gewesen wäre, gebührt allen meinen Lehrenden von den ersten Tönen auf dem Glockenspiel bis zur Abschlussprüfung des MMus hier mindestens eine Erwähnung.
Hier also die unzähligen verschiedenen menschlichen Einflüsse, die mich zu dem Musiker gemacht haben, der ich heute bin:
Prof. Jim Daus Hjernøe (Hauptfach “Innovative Choir Directing”, Det Jyske Musikkonservatorium Aalborg, DK)
Prof. Peder Karlsson (Chordidaktik und Ensemble, DJM Aalborg)
Malene Rigtrup (Arrangement und Chordidaktik, DJM Aalborg)
Jesper Holm (Dirigat und Chordidaktik, DJM Aalborg)
Sus Steensig (Nebenfach Jazz- & Pop-Gesang, DJM Aalborg)
Jens Nørholm (Nebenfach Jazz- & Pop-Piano, DJM Aalborg)
Prof. Erik Sohn (Hauptfach Jazz- & Pop-Chorleitung sowie Ensemblecoaching, Hochschule für Musik und Tanz Köln)
Prof. Robert Göstl (Arbeitschöre Klassik und ein Semester Hauptfach Chorleitung Klassik, HfMT Köln)
Prof. Stephan Görg (Klavierimprovisation & -begleitung sowie Chor, HfMT Köln)
Alexandra Naumann (Nebenfach Jazzgesang, HfMT Köln)
Uta Georg (Nebenfach Gesang Klassik, HfMT Köln)
Detlef Strüwe (Nebenfach Jazzpiano, HfMT Köln)
Mathias Claus (Hauptfach Jazzpiano und Klavierbegleitung in der studienvorbereitenden Ausbildung, Städtische Musikschule Braunschweig)
Reinhard Feldmann (Posaune, Städtische Musikschule Braunschweig)
Tabea Fischle † (Gesang Klassik & Chorleitung, Städtische Musikschule Braunschweig)
Ulrich Kallmeyer (Gehörbildung, Städtische Musikschule Braunschweig)
Karle Bardowicks (Big Band, Städtische Musikschule Braunschweig)
Johannes Ehrhorn † (Big Band und Leistungskurs Musik, Gymnasium im Schloss Wolfenbüttel)
Angela Laue (Klavier Klassik und immer wenn ich nicht geübt hatte auch Blattspiel, Wolfenbüttel)
Heide-Marie Schneider (Musikalische Früherziehung und Blockflöte, Kreismusikschule Wolfenbüttel)
Vita:
Foto: Yannick Flaskamp (www.yansfotos.de)
Felix Schirmer (*1991) wuchs in Wolfenbüttel auf und studierte von 2011 bis 2016 Musik und Anglistik in Köln (B.A.), von 2016 bis 2018 “Innovative Choir Directing” in Aalborg, DK (MMus), sowie von 2019 bis 2022 Musikpädagogik, wieder in Köln (M.A.).
Während des Bachelorstudiums an der Hochschule für Musik und Tanz Köln machte er neben der künstlerischen Arbeit im Chor vor allem die chorische Stimmbildung zu einem Schwerpunkt, also die gezielte Schulung von Stimmen in einer großen Gruppe. Hierbei betreute ihn Prof. Erik Sohn im Hauptfach Jazz- und Pop-Chorleitung, im Bereich der klassischen Musik auch Prof. Robert Göstl.
Im künstlerischen Masterstudiengang am Jyske Musikkonservatorium Aalborg rückte vor allem die maßgeblich von Prof. Jim Daus Hjernøe entwickelte Methode „The Intelligent Choir“ (TIC) in den Mittelpunkt der Ausbildung, die nach Brücken zwischen traditionellen Methoden der Chorleitung und den Erfordernissen popularmusikalisch orientierter, z.T. improvisierter Chormusik sucht. Insbesondere die Zeichensprache „Vocal Painting“ ist ein innovativer Ansatz, der vor allem viel Verantwortung für den musikalischen Prozess bei den Singenden belässt, sodass die Hierarchie zwischen Chorleitung und Chor verflacht. Neben Hjernøe waren auch Peder Karlsson, Malene Rigtrup und Jesper Holm für ihn prägende Lehrende.
Von September 2013 bis November 2022 war er Chorleiter am Chorhaus St. Michael Dormagen, zwischen August 2018 und Januar 2022 war er als hauptamtlicher Koordinator der Jugendchöre für den reibungslosen Ablauf der gesamten Nachwuchsarbeit des Chorhauses im Alterssegment von 13 bis 30 Jahren verantwortlich. Heute widmet er sich als Freiberufler vor allem der Vermittlung von chordidaktischen Fragestellungen mit einem besonderen Schwerpunkt auf Improvisatorischen Konzepten und Jugendchorleitung
Neben der freiberuflichen Tätigkeit ist er Lehrbeauftragter für elementare Chorarbeit an der Universität zu Köln, Sänger im VokalOrchester NRW sowie als freier Chorleiter und Sänger für verschiedenste Gruppen und Institutionen tätig, in der Vergangenheit unter anderem für das Vokalensemble „Room One“, den Kammerchor „Vox Animata“, das Netzwerk Musikhochschulen, den Arbeitskreis für Musik in der Jugend oder das Junge Musical Leverkusen.
Seit dem Studienabschluss als Master of Music 2018 ist er offizieller Botschafter der Methode „The Intelligent Choir” (TIC) in Deutschland. In dieser Funktion arbeitet er u.a. zusammen mit Stephanie Buyken-Hölker im Rahmen des Kooperations- und Entwicklungsprojektes EMSA oder in diversen Workshops mit Lehrenden daran, TIC auch für schulische und musikpädagogische Zwecke nutzbar zu machen.
Parallel gilt sein Interesse auch der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Vermittlung von Musik. Neben einem kurzen Fachartikel in musikschule )) DIREKT hält er seit 2022 einen Master of Arts in der wissenschaftlichen Disziplin der Musikpädagogik, den er mit einer Arbeit über stilistische Vielfalt und strukturelle Rahmungen in der institutionalisierten Musikausbildung beendete.